Weltweit unterstützen Hunderttausende Menschen die Demokratiebewegung in Israel, weil es auch um ihr Israel geht. Das war das Statement von Dwora Stein bei der Kundgebung in Wien am 25.3.2023:
„Die liberale Demokratie ist in vielen Ländern von autoritären Kräften bedroht und das erfüllt alle, die heute hier stehen, mit tiefer Sorge.
Wenn es aber um Israel geht, ist die Sorge, die Angst, aber auch die Wut besonders groß, weil Israel für jeden von uns auch ein Stück Heimat ist. Und wenn die Heimat bedroht ist – und sie ist bedroht – dann kämpft man, so wie es Woche für Woche bis zu einer Million Menschen in Israel tun. So wie es weltweit viele Menschen tun, denen Israel am Herzen liegt.
Wofür gehen sie auf die Straße? Für das, was bisher selbstverständlich war: Gewaltenteilung, Unabhängigkeit der Justiz, Frauenrechte, Rechte von Minderheiten und für eine liberale, tolerante, weltoffene Gesellschaft. Diese Weltoffenheit und Vielfalt war immer auch ein Wesensmerkmal Israels und hat auch wesentlich dazu beigetragen, das Israel wirtschaftlich erfolgreich ist und zu den innovativsten Ländern gehört.
Wir können stolz darauf sein, dass Tag für Tag, Woche für Woche Hunderttausende für diese Werte und für dieses Lebensgefühl demonstrieren. Es ist unsere Pflicht, sie dabei zu unterstützen. Die Existenz des Staates Israel ist seit seiner Gründung immer wieder bedroht gewesen. Aber gerade die Existenz Israels garantiert die Sicherheit der Jüdinnnen und Juden in aller Welt. Lasst uns also heute, da diese Existenz – dieses Mal von innen – neuerlich bedroht ist, ein Stück Solidarität und Sicherheit zurückgeben.
Signalisieren wir den Menschen Israels, die für Demokratie, ihre Grundwerte und ihr Lebensgefühl kämpfen: Es geht auch um unser Israel.“
In der Zwischenzeit wurden die Vorhaben der Regierung, die Israel in einen autoritären Staat verwandeln würden, zumindest aufgeschoben. Wir müssen genau beobachten, ob es nun tatsächlich eine Bereitschaft gibt, auf die Forderungen der Demokratiebewegung einzugehen und in einen echten Dialog zu treten. Wachsamkeit ist jedenfalls das Gebot der Stunde.

Der Bund wünscht allen Freunden und Unterstützern
Chag Pessach Sameach

